Beckenbodenerkrankungen

Chirurgische Aspekte der Beckenbodensenkung

Der Enddarm als letzte Station der Verdauung liegt innerhalb des Beckens und wird von Fettgewebe und Muskeln umgeben. Für einen geregelten Stuhlgang, sowie die Fähigkeit den Stuhl zu halten, braucht es einen intakten Enddarm mit funktionstüchtigem Schließmuskelsystem, gesunden Hämorrhoiden, einen gesunden Mastdarm sowie eine unversehrte Analhaut und ein intaktes Nervensystem im Bereich des Beckenbodens.

Beckenbodensenkung


Die wichtigsten Erkrankungen sind:


  • Innere Einstülpungen der Enddarmwand (Intussuszeption)
    Die Einstülpungen von Teilen der Schleimhaut der Enddarmwand
    behindern die Darmentleerung.

  • Mastdarmvorfall (Rektumprolaps)
    Der Enddarm drückt sich beim Pressen durch den After heraus bzw.
    liegt im fortgeschrittenen Zustand ständig außen. Häufig wird dies als vergrößerte Hämorrhoiden wahrgenommen. Aufgraund der
    ständigen Dehnung des Schließmuskels durch den Vorfall können
    Inkontinenzprobleme auftreten.

  • Seitliche Ausstülpung der Enddarmwand (Rektozele)
    Eine Rektozele beschreibt eine Ausweitung der Mastdarm-
    vorderwand gegen die Scheide. Sammelt sich in der Ausweitung
    der Mastdarmwand jedoch Stuhl, kann es zu Stuhlentleerungs-
    problemen kommen. Die Entleerung muß häufig durch Druck mit der
    Hand oder dem Finger von der Scheide aus oder seitlich vom Darm
    unterstützt werden.

  • Einstülpung von Darmanteilen in das Becken (Enterozele)
    Dabei kommt es während der Darmentleerung zur Absenkung von
    Darmanteilen in das Becken. Die Stuhlentleerung wird behindert undkann oft nur in kleinen Portionen erfolgen, was den Patienten zu
    häufigen Toiletten gängen zwingt. Oft liegt in diesem Fall auch eine
    Beckenbodensenkung vor.
    Der Betroffene hat meist Schmerzen im Beckenbereich bzw. verspürt
    ein Druckgefühl, auch Blähungen und ein ständiger schmerzhafter
    Stuhldrang werden als Beschwerden genannt.


Konservative Therapie

In der Regel erfolgt im Anschluß an die Diagnostik stets der Versuch einer nichtoperativen Therapie. Diese erfordert vom Patienten sehr viel Motivation, Geduld und Kooperation.

Operative Therapie

In einigen Fällen sind jedoch operative Maßnahmen erforderlich. Nach
Ausschluß von anderen Erkrankungen kommen in unserer Klinik folgende
Operationstechniken zur Anwendung:

  • Schlüsselloch-Operationen zur Anhebung des Beckenbodens
  • minimal-invasive, transanale Verfahren
  • Darmschrittmacher oder künstlicher Schließmuskel bei Stuhlinkontinenz
Operationen werden in unserer Klinik grundsätzlich minimal-invasiv
durchgeführt. Das bedeutet, wir verzichten auf einen großen Bauchschnitt zugunsten von geringen postoperativen Schmerzen sowie einem günstigen kosmetischen Ergebnis.

Weiterführende Informationen zu Hämorrhoiden, Verstopfung und Stuhlinkontinenz stehen Ihnen im Zentrum für Koloproktolgie unter www.cpcc-berlin.de zur Verfügung.
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